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“Wege zum Norden”: Endspurt bis zum neuen Buch

Mein neues Buch “Wege zum Norden:

Wiener Forschungen zur Arktis und Subarktis”

ist in der Endredaktion.

Das Buch wird gemeinsam mit Stefan Donecker

und Markus Hirnsperger herausgegeben.

Ein äußerst spannendes Buch mit vielen interessanten Beiträgen …

Von mir gibt es einen Beitrag über George R. R. Martin

und die Konstruktionen des Nordens.


Einmal mit Blaulicht über den Wiener Gürtel: Aus der Serie: Unfälle für Alle! 2

Unfälle müssen gelernt sein. Ich bin Profi. 
Erst der Unfall mit der Ubahn -
und jetzt verliere ich auch schon zuhause jede Form der Sicherheit ...
Allerdings habe ich den Verdacht, dass diese "UNFÄLLE"
gesteuert werden. Wer könnte ein Interesse daran haben, mich zu beseitigen?
Meine Studis? Meine Frau? 
Meine Konkurrenten um ertragreiche Lehraufträge?
Welche Neider kann ich noch auf den Plan rufen?
Bin ich zu schön für diese Welt? Zu schlau? Zu sexy?
Will mich jemand in den Rolli bringen, um meine Organe zu bekommen?
Wahrscheinlich war es der Mossad oder der CIA. 
Einer von beiden mindestens.
 Einer war schuld.
Irgendjemand ist in die Wohnung eingedrungen - und hat das Büro manipuliert.
Das Attentat war erfolgreich:
Ich  bin gestürzt und unglücklich auf die
Wirbelsäule gefallen. Ich bin zwar nicht tot -
aber die Schmerzen bereichern mein Leben seitdem auf eine ganz neue Art.
 Ich habe mich dann erst mal eine Viertelstunde nicht
bewegen können. Nach einer Viertelstunde habe ich es dann immerhin geschafft,
 aufzustehen.
- und konnte mich dann nicht mehr bewegen. Also stehenbleiben oder
umfallen ..... - bis die Rettung kommt.
Nach unglaublich langer Zeit, so die innere Uhr,
ist endlich die Rettung gekommen
Die armen Schweine durften mich dann zum Auto tragen... und mit
Blaulicht ging's dann ins AKH...
Zum Glück hat sich herausgestellt, dass die Wirbelsäule nicht gebrochen ist.
Sie ist nur sehr stark geprellt.. 
Auf die Frage, was ich machen kann oder darf,
meinte die Ärztin nur: "Was die Schmerzen zulassen".
Zum Glück war ich da schon mit Schmerzmitteln zugedröhnt -
und irgendwie konnte ich mich tatsächlich wieder aufsetzen -
und auch etwas gehen. Ein Schritt, ein Schrei ...
so ungefähr. Und danach nur noch liegsitzen ...
zudröhnen und schlafen ...
Mittlerweile Gehen: Ein paar schritte geht gelegentlich wieder ...
Schlafen stundenweise auch.

Wollen die Geheimdienste mich zum Pflegefall machen?

Fortsetzung folgt ...

der polarforscher …

… stehe auf, unsicher, verlasse meinen Platz und gehe zum Ausgang. Ich greife nach jedem der Haltegriffe auf dem Weg zur Tür..
Ich werde dabei kleiner. Meine Wirbelsäule ist eine Kolonie von Staatsquallen in einem Ozean von Fleisch, schwitzendem Fleisch, und Blut.
Meine schweren Stiefel, die mir Halt geben sollten, lassen sich nicht mehr bewegen. Jeder Schritt in dieser Schwere will genau geplant sein. Ein kleiner Schritt für mich,…
Unsicher, tastend setze ich einen Fuß, einen Schritt, vor dem anderen, nach dem nächsten.
Ich, ein Taucher, in den unterirdischen – unirdischen? – Kanälen der Stadt.
Ich kann mich, mir gut vorstellen (den Blick in Spiegel vermeide ich schon seit längerer Zeit):
Ich, blauer Regenmantel, dunkel, Mütze, tief im Gesicht. (Niemand hat das Recht meine Augen zu sehen! NIEMAND! NIEMAND!) Schwimmflossen an den Füßen. Springen vom Rand eines Beckens ins kloakenklare Wasser.
Nein. Mir läuft kein Wasser über den Rücken. Es ist Schweiß. Der rinnt und rinnt. Schweiß.
Hält die U-Bahn reiße ich mit einem Ruck die Türen auf.
Manchmal geht es nicht gleich, dann gleiten meine schweißfeuchten Finger von den Griffen ab. Unfähig, die Türen zu öffnen. Nur der Schweiß läuft aus den offenen Poren.
Irgendwann gelingt es mir, die Türen zu öffnen oder ein Passsagier entreißt mir die Griffe mit ungeduldigem, verächtlichem Blick.
Schnell. Schnell verlasse ich die U-Bahn. Ich laufe. Und mit mir der Schweiß.
Laufe und die Menschen starren mich an. Sie sehen den Schweiß, während er aus meinen Achselhöhlen quillt.
Dann stelle ich mich auf eine Rolltreppe nach oben. Und wieder starren sie, starren mich an, warum starren sie mich an. Ich muß laufen, muß nach oben. Die mechanischen Augen der Kameras starren mich an, jagen mich, jagen mir kalten Schweiß über den Rücken.
Sie verfolgen MICH. Es sind nur ganz kleine, ruckartige Bewegungen. Aber ich sehe sie. Mir entgeht das nicht. Mir entgeht das nicht. Unauffällig -ha, unauffällig!- folgen sie mir. Warten darauf, daß ich endlich eine Pistole ziehe und um mich schieße. Doch den Gefallen tue ich ihnen nicht. Das werde ich nicht tun. Ich habe keine Pistole. Ich schwitze nur. Im Schatten der Wände gehe ich, weiter, unbemerkt, wie ich hoffe. Ich folge dem Faden der Wände zum Ausgang.
Den Blicken weiche ich aus, den Blicken. Dem Schweiß kann ich nicht ausweichen.
Wenn ich Zuhause bin, setze ich mich schweratmend an den Schreibtisch. Komme zu Ruhe.
Oft halte ich mich an der Tischplatte fest. Es könnte sonst sein, daß ich falle. Wenn die Wände weiter so zittern, macht mich nervös, nervös.
Meine Finger ziehen feuchte Schleifspuren über den Tisch. Es soll still sein. Es soll still sein.
Nur das Blut in meinem Schädel darf noch mit dem Raunen spielen. Und der Schweiß rinnt.
Nach etwa zehn Minuten werde ich aufstehen und zu dem alten Fernsehgerät gehen. Ich werde es anschalten und laufenlassen.
Ich setze mich dann auf das Bett, lehne mich mit dem Rücken gegen die Wand und werde bei vollem Bewußtsein fernsehen. Dem Programm schenke ich dabei die Freiheit. Es wird mich nicht sehen und es wird mich nicht berühren.
Es wird seine Geschichten erzählen.
Ich werde schauen, nicht starren.


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